Schule

DER KINDERGARTEN UND DIE GRUNDSCHULE “GESU’ DI NAZARETH”

Sie ist ein Bespiel für Effizienz und Dynamik zugunsten der regionalen Bevölkerung: die Schule “Gesù di Nazareth” in Santa Maria La Bruna, die vom italienischen Bildungsministerium als Kindergarten und Grundschule offiziell anerkannt wird (gemäß der Dekrete Nr. 010/M- 25 06 2002 und Nr. 62 E 07 01 2004). Die Einrichtung ist dafür bekannt, dass sie die Bedürfnissen der örtlichen Bevölkerung – und vor allem deren schwächster Teile – erkennt und ihnen gerecht wird. Sie hat ein hohes Ansehen aufgrund der besonderen Qualität der Betreuung von Schülern und ihren Familien, für die sich das gesamte lehrende und auch das nicht lehrende Personal in professioneller Weise einsetzt. Die hohe Qualität der Betreuung ist zudem umgekehrt proportional zur Höhe des Schulgeldes, das dank eines ausgeklügelten Verwaltungssystems sehr niedrig ist. Die ELKI hat die Arbeit der Schule stets begleitet und unterstützt, ihren hohen sozialen Stellenwert erkannt und so auch die finanziellen Hilfen verwaltet, die der Schule im Laufe der Jahre von Seiten verschiedener Körperschaften und Organisationen aus ganz Europa zugutegekommen sind (zunächst waren das der LWB und das Diakonische Werk, später und bis heute MLB, GAW).

Das Schulgebäude ist modern und effizient: Es gibt eine Mensa im Inneren der Schule, einen Spielplatz und einen multimedial ausgestatteten Saal, in dem Englischkurse, auch für Kindergartenkinder, und Musikkurse angeboten werden. Die Schule “Gesù di Nazareth” in Santa Maria La Bruna kann somit eine ganze Reihe von Leistungen bieten, die in der Region sonst fast nur von privaten Einrichtungen zu hohen Preisen und somit in einem elitären Rahmen angeboten werden. Das Betreuungs- und Funktionskonzept der Schule beruht seit jeher auf dem

Grundsatz der Vereinigung materieller Unterstützung der Familie (Vollzeitbetreuung von 8.30 bis 16 Uhr, gute und ausgewogene Ernährung, Aufenthalt in einer sicheren und beschützten Einrichtung) auf der einen Seite und der Unterstützung in der kulturellen und sozialen Bildung (d.h. durch schulische Bildung und Bildung in Fragen der Lebensführung) auf der anderen Seite. Dabei wird immer versucht, die Eltern in den Prozess der sozialen Erziehung und christlichen Bildung mit einzubinden. Der tägliche Einsatz an der Schule “Gesù di Nazareth” beruht noch immer auf den Ursachen, die schon zur Gründung der Schule Anfang der fünfziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts führten und in der sozialen Funktion, die seit jeher ihre Entwicklung charakterisiert hat: die Eindämmung des Analphabetismus, der Kampf gegen den Verfall von Gesellschaft und Umwelt, Kompensation der staatlichen Defizite im sozialen, infrastrukturellen und humanitären Bereich, die direkte und sofortige Hilfe für bedürftige Familien. All das sind dramatische Aspekte der unmittelbaren Nachkriegszeit, die leider auch heute noch von bestürzender Aktualität sind.

Das Engagement der Lutheraner im Bereich der Bildung nahm seinen Anfang in den Jahren 1952 bis ’54 mit der ersten Schulgründung durch den Pastor Idelmo Poggioli: Ursprünglich in der Gemeinde Torre del Greco beheimatet, bot diese Schule eine Hausaufgabenbetreuung, Alphabetisierungsinitiativen, Feriencamps für Kinder am Meer und medizinische Notversorgung an. 1959 konnte dank eines Ausbaus des Schulgebäudes dann die Gesamttags-Grundschule mit einer Schulzeit von fünf Jahren gegründet werden.

Im Laufe der sechziger Jahre wurde das Institut von Santa Maria La Bruna eingeweiht und ersetzte somit die Schule in Torre del Greco. Zur selben Zeit wurde außerdem noch eine andere Schule in Torre Annunziata eröffnet, 1992 dann in ein vielfach genutztes Sozialzentrum umgewandelt , das nun hauptsächlich der Seniorenarbeit dient – und damit Zeugnis ablegt von der beständigen Aufmerksamkeit, die die lutherischen Gemeinden den Bedürfnissen jedem einzelnen Teil der Bevölkerung im Gebiet der Gemeinde schenkt.