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LWB-Generalsekretaer Noko bedauert Ruecktritt von Bischoefin Kaessmann

Margot Kaessmann legt Amt als hannoversche Landesbischoefin sowie als EKD-Ratsvorsitzende nieder

25.02.2010

Der Generalsekretaer des Lutherischen Weltbundes (LWB), Pfr. Dr. Ishmael Noko, hat sein tiefes Bedauern ueber den Ruecktritt von Dr. Margot Kaessmann von ihren Aemtern als Landesbischoefin der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Hannovers sowie als Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) zum Ausdruck gebracht.

 

In einer am Mittwoch, 24. Februar, veroeffentlichten Stellungnahme betonte Noko, seine “Gedanken und Gebete gelten der Person Margot Kaessmann und ihrer Familie”. Er bete ebenfalls “fuer die Glaeubigen der hannoverschen Landeskirche, fuer die MitarbeiterInnen und Leitungsgremien der hannoverschen Landeskirche sowie der EKD.”

 

Kaessmann gab ihren Ruecktritt am 24. Februar auf einer Pressekonferenz bekannt. Ihre Mitteilung erfolgte wenige Tage, nachdem sie am spaeten Samstagabend von der Polizei in Hannover (Deutschland) mit Alkohol am Steuer angehalten worden war.

 

In einer Stellungnahme hatte der 14-koepfige Rat der EKD Kaessmann zuvor seine volle Unterstuetzung zugesagt. In “ungeteiltem Vertrauen” ueberliess der Rat seiner Vorsitzenden die Entscheidung ueber den Weg, der gemeinsam eingeschlagen werden solle.

 

Kaessmann war seit 1999 Landesbischoefin der hannoverschen Landeskirche, der mit knapp drei Millionen Mitgliedern groessten lutherischen Kirche Deutschlands. Mit der Wahl Kaessmanns zur EKD-Ratsvorsitzenden am 28. Oktober 2009 stand erstmals eine Frau an der Spitze der Dachorganisation der evangelischen Kirchen in Deutschland.

 

Im Folgenden finden Sie den vollstaendigen Text der Stellungnahme von LWB-Generalsekretaer Pfr. Dr. Noko:

 

„Mit tiefem Bedauern habe ich heute die Nachricht erhalten, dass Bischoefin Dr. Margot Kaessmann von ihrem Amt als Landesbischoefin der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Hannovers und als Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) zurueckgetreten ist.

 

Meine Gedanken und Gebete gelten der Person Margot Kaessmann und ihrer Familie. Ich bete ebenfalls fuer die Glaeubigen der hannoverschen Landeskirche, fuer die MitarbeiterInnen und Leitungsgremien der hannoverschen Landeskirche sowie der EKD.

 

Als Kirchenleiterin hat Kaessmann einen unschaetzbaren Beitrag zur Arbeit des LWB und fuer breite oekumenische Kreise nicht nur in Deutschland, sondern auch weltweit, erbracht. Ihre Amtseinfuehrung als Ratsvorsitzende der EKD im Oktober 2009 war fuer mich Anlass, ihre wichtige Rolle als “provokante oeffentliche Wortfuehrerin” fuer den christlichen Glauben in ihrer eigenen Gesellschaft und in der ganzen Welt hervorzuheben.

 

Ich erinnere mich lebhaft an Kaessmanns Hauptreferat auf der Zehnten LWB-Vollversammlung 2003 in Winnipeg (Kanada), in der sie die biblische Vision der Hoffnung betonte, die wir als Volk Gottes aufgerufen sind, an die Welt weiterzugeben. Sie drueckte die Notwendigkeit aus, weiter darum zu ringen “eine Kontrastgesellschaft schon im Hier und Jetzt erkennbar werden zu lassen, eine Gesellschaft, die nicht den Gesetzen des Staerkeren, der Macht und der Durchsetzungsfaehigkeit folgt, sondern Solidaritaet praktiziert, Gerechtigkeit liebt, Frieden schafft, die Schoepfung bewahrt”.

 

Kaessmann hat die Institutionen und die Menschen, denen sie dient, oeffentlich um Vergebung gebeten. Ich bete, dass ihre Entschuldigung angenommen wird, waehrend sie weiterhin Pfarrerin der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Hannovers bleiben und die Gnadenmittel fuer die Glaeubigen verwalten wird.

 

Ich bete darum, dass sie in der Gemeinschaft ihrer Kirche Kraft fuer ihre weiteren Schritte finden moege".

 

Genf, 24. Februar 2010

 

(LWI, 02-06-2010)

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