(Deutsch) LWB-Symposium zu Vertrauen am Arbeitsplatz

Diskussion über Erkenntnisse aus Ethik, Soziologie, Theologie und die Implikationen elektronischer Medien

Genf, 2. Mai 2012 (LWI) – „Vertrauen“ steht im Mittelpunkt eines Seminars, das der Lutherische Weltbund (LWB) am 3. Mai im Ökumenischen Zentrum in Genf als zweites in einer Reihe theologischer Seminare zum Thema Arbeit und Glaube organisiert.

Die RednerInnen, die in dem von der LWB-Abteilung für Theologie und Öffentliches Zeugnis (ATÖZ) organisierten Seminar das Wort ergreifen werden, werden über theologische und säkulare Perspektiven zum Vertrauen am Arbeitsplatz, einschliesslich im medizinischen Bereich und in der Politik, diskutieren. ReferentInnen werden auch soziologische und ethische Erkenntnisse vorstellen und auf die Implikationen der neuen Medien eingehen.

„Vertrauen ist ein wesentlicher Bestandteil menschlicher Beziehungen, der so lange als selbstverständlich angesehen wird, wie er nicht verloren gegangen ist“, erklärte Pfr. Dr. Kenneth Mtata, ATÖZ-Studienreferent für Theologie und die Kirche, der in der regulären Montagmorgenandacht in der Kapelle des Ökumenischen Zentrums zur Beteiligung an den Diskussionen einlud.

„Unser Vertrauen in Gott sollte sich auswirken auf unser Ziel, vertrauensvolle Gemeinschaften aufzubauen“, stellte Mtata fest.

„Natürlich sollten auf der Ebene menschlicher Interaktion auch angemessene Gesetze und Verordnungen zur Förderung des Vertrauens Anwendung finden, insbesondere dort, wo Menschen den guten Willen anderer nicht honorieren“, fügte er hinzu.

Zu den RednerInnen auf dem Symposium gehört der reformierte Schweizer Theologe Pfr. Rudolf Renfer, der mehrere Jahre lang das Personalbüro des LWB leitete, bis er kürzlich in den Ruhestand trat. Renfer wird darüber sprechen, „warum wir dem Vertrauen so wenig Aufmerksamkeit schenken“, obwohl es für alle Formen von Beziehungen, insbesondere am Arbeitsplatz, von zentraler Bedeutung ist.

Pfr. Dr. Andrea Fröchtling, Pastorin der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Hannovers (Deutschland), die Praktische und Interkulturelle Theologie an der Fachhochschule für Interkulturelle Theologie in Hermannsburg lehrt, wird über die Bedeutung des Vertrauens in der Beratung traumatisierter Menschen sprechen.

Die Wirtschaftskrise der letzten Jahre hat die Glaubwürdigkeit von Finanzinstitutionen zu einem zentralen Thema gemacht. In seiner Präsentation „Vertrauen: einige theologische Einsichten“ wird Prof. Edward Dommen, Quäker und Experte für Wirtschaftsethik, diesen Kontext untersuchen.

Prof. Christoph Stueckelberger, Gründer und geschäftsführender Direktor von Globethics.net und Professor für Systematische Theologie/Ethik an der Universität Basel, wird über die aktuelle politische Landschaft und deren Implikationen für den Aufbau von Vertrauen in der Gesellschaft und am Arbeitsplatz sprechen.

Im Mai 2011 organisierte der LWB zur Feier des Internationalen Tags der Arbeit das erste theologische Seminar zum Verständnis von Arbeit aus der Perspektive des Glaubens mit Fokus auf der Würde der Arbeit. Zu den Teilnehmenden gehörten LWB-VertreterInnen sowie Mitglieder anderer ökumenischer Organisationen und VertreterInnen der Internationalen Arbeitsorganisation. Aus diesem Seminar ging die LWB-Dokumentation 56 mit dem Titel Würde der Arbeit – theologische und interdisziplinäre Perspektiven hervor.

Es steht zu hoffen, dass die Ergebnisse des diesjährigen Symposiums zum Thema Vertrauen ebenfalls in einer LWB-Reihe veröffentlicht werden.